Vom ledigen Gemüt
Ein Beitrag zum Themengebiet 6_Körperwege - Übungswege, geschrieben am 10. September 2009 von ChamchamGrundvoraussetzung des “Allerkräftigsten Gebets und allerhöchsten Werks”, beides also, die Voraussetzung einer Meditation wie die des daraus resultierenden wirksamen Tuns, ist laut Meister Eckhart das “ledige Gemüt”.
“Was ist ein lediges Gemüt?” fragt Eckart seine Schüler. Die Antwort lautet:
“Das ist ein lediges Gemüt, das von nichts belastet oder verwirrt, an nichts gebunden ist, das seine besten Kräfte in keiner Weise festgelegt hat, das nirgendwo das Seine meint, sonders das ganz und gar in den liebsten Willen Gottes versunken und aus dem eigenen ausgegangen ist. Der Mensch kann kein noch so unbedeutendes Werk verrichten, wenn er nicht hieraus seine Kraft und seine Fähigkeit schöpft. So kräftig soll man beten, als ob man wollte, daß alle menschlichen Glieder und Kräfte: Augen, Ohren, Mund, Herz und alle Sinne darauf gerichtet wären und nicht eher aufhören, als bis man merkt, daß man auf dem Wege ist, sich mit dem zu vereinigen, den man gegenwärtig hat und zu dem man betet, das ist Gott.”