Pustekuchen …
Ein Beitrag zum Themengebiet 1_Allgemeines, geschrieben am 23. November 2006 von ChamchamPustekuchen: nicht die Griechen sind schuld an unserer allseits beklagten Körper-Geist Dichotomie. Weder Sokrates noch Platon, noch sonst irgendeiner der großen griechischen Denker lehren einen Dualismus in jenem Sinne, dass etwa der Leib böse und die Seele gut sei, vom Geist ganz zu schweigen. Der Körper und seine Begierden bedürfen der Lenkung und Integration durch die Seelenkraft. Kommt es zum Aufstand des Körpers gegen die Seele und sucht das Begehren sein Wohl auf ‘eigene Faust’, dann ist Zerrüttung und Ungleichgewicht die Folge. Es ist angesagt, sich mit dem Körper gut zu stellen.
Zwei Lieblingsthesen der Griechen habe ich den letzten Beiträgen herausgestellt:den Traum nach leibfreier Souveränität, nach Unsterblichkeit der Seele à la Platon & Co und schliesslich den Traum eines friedvollen Lebens fernab der Stadt und dem Staat. Da spricht Epikur.
Philosphie war in jedem Falle eine Denk-Kunst mit Wertcharakter auf Alltagsebene. Und das war gut so. Als Geburtshelfer des Denkens mahnte Sokrates den Menschen, nicht nachzuplappern, sondern im Nachdenken, Prüfen, Handeln und im Gespräch finden und zu erfinden. Gut tun sollte laut Epikur die Philosphie auch dem Körper und der Seele. Das Denken war nicht zu trennen von den Bedürfnissen des Menschen, von den Anforderungen des alltäglichen Lebens. Die Götter? Wesenheiten mit wechselnden Kennzeichen. Der Mensch war indes auf der Suche nach einem Selbst, einer gegebenen Größe mit unverwechselbaren Zügen. Die ureigenste Bestimmung.
Kern-Frage: wer bin ich unter vielen anderen?